HISTORIE

Der Genossenschaft

Die Wurzeln der Genossenschaft reichen bis weit in das letzte Jahrtausend zurück. Schon im Mittelalter wurden die ersten Zusammenschlüsse (Einungen) mit dem Ziel gegründet, in der Gemeinschaft größere Aufgaben bewältigen zu können, die dem Einzelnen alleine nicht möglich gewesen wären. Als Startschuss der ersten Genossenschaftsbewegung kann das Jahr 1799 gesehen werden, in dem der Schotte Robert Owen den Versuch startete, in seiner eigenen Baumwollspinnerei menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen. Aus diesem Vorbild heraus entstand 45 Jahre später die erste Arbeiter-Genossenschaft in Nordengland, die von 28 Arbeitern der ansässigen Baumwollspinnereien gegründet wurde.

Im deutschsprachigen Raum ist der Beginn der modernen Genossenschaftsbewegung ganz eng mit zwei Personen, dem liberalen Politiker Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) und dem Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888), verbunden. Fast zeitgleich, aber voneinander unabhängig, gründeten die beiden Vordenker die ersten Genossenschaften in Deutschland.

Mitte des 19. Jahrhunderts geriet die ländliche Bevölkerung, als negative Auswirkung der Bauernbefreiung, immer weiter in finanzielle Nöte. Sie erhielten zwar eigenen Besitz, mussten aber Abfindungen an ehemalige Gutsherren zahlen und hatten zudem keine Erfahrung mit der eigenverantwortlichen Führung eines Betriebes. Mangels Zugang zu Bankdienstleistungen verschuldeten sich die Bauern immer mehr bei privaten Geldverleihern bis hin zum Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz. Um dem entgegenzuwirken, rief Friedrich Wilhelm Raiffeisen 1847 in Weyersbusch den ersten Hilfsverein zur Unterstützung der notleidenden ländlichen Bevölkerung ins Leben und 1862 gründete er schließlich die aus heutiger Sicht erste Genossenschaft im Raiffeisenschen Sinne, den Heddesdorfer Darlehnskassenverein.

Nach den Grundsätzen der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung, auf die sich die Genossenschaften noch immer berufen, gründete Herman Schulze-Delitzsch 1847 die erste Einkaufsgenossenschaft (Rohstoff-Assoziation) und 1850 den Vorschussverein, mit denen es ihm gelang, verarmten handwerklichen Kleinbetrieben, die in Konkurrenz zu den neu aufkommenden Industrieunternehmen standen, eine Zukunft zu geben. In der Gemeinschaft war es ihnen möglich, ihr Material günstiger einzukaufen und sich gegenseitig Geld zu leihen. Der Vorschussverein gilt als Vorläufer der heutigen Volksbanken.

Die Idee der solidarischen Selbsthilfe war geboren und fand großes Interesse in vielen verschiedenen Bereichen. Die neu gegründete deutsche Arbeiterbewegung z.B. schaffte durch das genossenschaftliche Prinzip Verbesserungen der prekären Verhältnisse der Arbeiter. Im Gegensatz zu den liberalen Ansätzen der Eigenfinanzierung, setzte die Arbeiterverbrüderung bei der Gründung von Produktivassoziationen aber auf das Konzept der öffentlichen Finanzierung, an welchem wiederum Ferdinand Lasalle seine Sozialismusvorstellungen orientierte. Weitere Beispiele für frühe Genossenschaften sind die 1850 von Handwerkern und Arbeitern zusammen gegründete Lebensmittelassoziation, welche als erste Konsumgenossenschaft Deutschlands gilt, sowie Wohnungs- und Baugenossenschaften.

Die stetige Zunahme an Genossenschaften ließ eine gesetzliche Regelung notwendig werden. Im Jahr 1867 wurde zunächst das Preußische Genossenschaftsgesetz erlassen, welches 1871 zum Reichsgesetz erhoben und 1889 im revidierten „Reichsgesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften“ mündete. Dieses Gesetz ist bis heute, natürlich in der aktuellsten Fassung, gesetzliche Grundlage des genossenschaftlichen Handelns.

Der genossenschaftliche Zusammenschluss bietet auch heutzutage attraktive Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Selbsthilfe. So sind aktuell ca. 700 Millionen Mitglieder an Genossenschaften weltweit beteiligt.

 

Die Wurzeln der Genossenschaft reichen bis weit in das letzte Jahrtausend zurück. Schon im Mittelalter wurden die ersten Zusammenschlüsse (Einungen) mit dem Ziel gegründet, in der Gemeinschaft größere Aufgaben bewältigen zu können, die dem Einzelnen alleine nicht möglich gewesen wären. Als Startschuss der ersten Genossenschaftsbewegung kann das Jahr 1799 gesehen werden, in dem der Schotte Robert Owen den Versuch startete, in seiner eigenen Baumwollspinnerei menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen. Aus diesem Vorbild heraus entstand 45 Jahre später die erste Arbeiter-Genossenschaft in Nordengland, die von 28 Arbeitern der ansässigen Baumwollspinnereien gegründet wurde.

Im deutschsprachigen Raum ist der Beginn der modernen Genossenschaftsbewegung ganz eng mit zwei Personen, dem liberalen Politiker Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) und dem Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888), verbunden. Fast zeitgleich, aber voneinander unabhängig, gründeten die beiden Vordenker die ersten Genossenschaften in Deutschland.

Mitte des 19. Jahrhunderts geriet die ländliche Bevölkerung, als negative Auswirkung der Bauernbefreiung, immer weiter in finanzielle Nöte. Sie erhielten zwar eigenen Besitz, mussten aber Abfindungen an ehemalige Gutsherren zahlen und hatten zudem keine Erfahrung mit der eigenverantwortlichen Führung eines Betriebes. Mangels Zugang zu Bankdienstleistungen verschuldeten sich die Bauern immer mehr bei privaten Geldverleihern bis hin zum Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenz. Um dem entgegenzuwirken, rief Friedrich Wilhelm Raiffeisen 1847 in Weyersbusch den ersten Hilfsverein zur Unterstützung der notleidenden ländlichen Bevölkerung ins Leben und 1862 gründete er schließlich die aus heutiger Sicht erste Genossenschaft im Raiffeisenschen Sinne, den Heddesdorfer Darlehnskassenverein.

Nach den Grundsätzen der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung, auf die sich die Genossenschaften noch immer berufen, gründete Herman Schulze-Delitzsch 1847 die erste Einkaufsgenossenschaft (Rohstoff-Assoziation) und 1850 den Vorschussverein, mit denen es ihm gelang, verarmten handwerklichen Kleinbetrieben, die in Konkurrenz zu den neu aufkommenden Industrieunternehmen standen, eine Zukunft zu geben. In der Gemeinschaft war es ihnen möglich, ihr Material günstiger einzukaufen und sich gegenseitig Geld zu leihen. Der Vorschussverein gilt als Vorläufer der heutigen Volksbanken.

Die Idee der solidarischen Selbsthilfe war geboren und fand großes Interesse in vielen verschiedenen Bereichen. Die neu gegründete deutsche Arbeiterbewegung z.B. schaffte durch das genossenschaftliche Prinzip Verbesserungen der prekären Verhältnisse der Arbeiter. Im Gegensatz zu den liberalen Ansätzen der Eigenfinanzierung, setzte die Arbeiterverbrüderung bei der Gründung von Produktivassoziationen aber auf das Konzept der öffentlichen Finanzierung, an welchem wiederum Ferdinand Lasalle seine Sozialismusvorstellungen orientierte. Weitere Beispiele für frühe Genossenschaften sind die 1850 von Handwerkern und Arbeitern zusammen gegründete Lebensmittelassoziation, welche als erste Konsumgenossenschaft Deutschlands gilt, sowie Wohnungs- und Baugenossenschaften.

Die stetige Zunahme an Genossenschaften ließ eine gesetzliche Regelung notwendig werden. Im Jahr 1867 wurde zunächst das Preußische Genossenschaftsgesetz erlassen, welches 1871 zum Reichsgesetz erhoben und 1889 im revidierten „Reichsgesetz betreffend die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften“ mündete. Dieses Gesetz ist bis heute, natürlich in der aktuellsten Fassung, gesetzliche Grundlage des genossenschaftlichen Handelns.

Der genossenschaftliche Zusammenschluss bietet auch heutzutage attraktive Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Selbsthilfe. So sind aktuell ca. 700 Millionen Mitglieder an Genossenschaften weltweit beteiligt.